
In meiner choreographischen Recherche beschäftige ich mich mit verschiedenen inneren emotionalen Zuständen und damit, diese in den Raum und in choreographische Elemente zu übersetzen.
In meiner Arbeit vibrant matter/s habe ich mich mit Wut als lebensbejahender feministischer Kraft auseinandergesetzt und mit der Wichtigkeit von Wut für politische Veränderung.
Inspiriert von Sarah Ahmeds „feminist killjoy“ und Audre Lordes „the power of the erotic“ bin ich interessiert an einer raumeinnehmenden, lebensbejahenden Qualität. Ich habe mich gefragt, was es bedeuten würde, einen „female gaze“ oder „queer gaze“ zu verkörpern, versus dem „male gaze“, dem wir auf eine Art überall ungefragt ausgeliefert sind.
Das Erotische definiere ich nicht notwendigerweise als etwas Sexuelles, sondern als eine Qualität von Lebendigkeit und Präsenz. Es interessiert mich, was dem Erotischen, Wut und Genuss im Körper gemeinsam ist – alle drei haben für mich eine Qualität inne, die sich Raum nimmt, nach außen hin, sich sichtbar macht.
Konkret möchte ich in der FORM-Arbeitszeit Material für Workshops entwickeln, in denen wir an unterschiedlichen Bewegungsqualitäten auf Basis von Methodiken aus vibrant matter/s arbeiten, an unterschiedlichen Präsenzzuständen, an choreographischen Herangehensweisen, die eventuell auch Objekte beinhalten.
Zum Beispiel benutze ich verschiedene Musikstile, die Arbeit mit eigenen Lebensgeschichten und Authentic Movement als Beispiele, die ich noch weiterentwickeln möchte und denen ich eine Dramaturgie/Zeitlichkeit für längere Workshops kreativen choreographischen Arbeitens geben möchte (über einen Tag und mehrere Tage).
In meiner aktuellen choreographischen Recherche „landscapes of tenderness“ beschäftige ich mich mit Zärtlichkeit als einem inneren Zustand und damit, diesen im Raum durch choreographische Elemente spürbar zu machen (zum Beispiel arbeite ich mit hängenden, schwingenden Steinen).
Clara-Marie Müller
eine Tänzerin und Choreografin sowie Tanz- und Bewegungslehrerin in verschiedenen Kontexten. Sie hat einen Masterabschluss in Exerce vom Ici-CCn Occitanie/ Montpellier/ Frankreich (2023) und einen Bachelorabschluss in Tanz von der HFMT Köln/ Deutschland (2015). Sie ist fasziniert vom Nervensystem, menschlichen Verbindungen und der Idee der Lebendigkeit, die in beiden liegt. Seit 2014 arbeitet sie mit Choreografen wie I-Fang Lin, See Kollektiv, Zwoisy Mears-Clarke, Anna Konjetzki, Teresa Hoffman& Lina Höhne und Celine Bellut zusammen.
Unter anderem 2017 war sie Stipendiatin des INKUBATOR-Residenzprogramms bei Tanzfaktur Köln in Zusammenarbeit mit dem
audiovisuellen Künstler Axel Pulgar. 2024 hatte sie eine Residenz, die von Mathilde Monnier/ Halles de Tropisme, Montpellier, unterstützt wurde.
2025 wurde sie für die von Shift/ Maquamat organisierte Plattform Telescope Beirut ausgewählt. Sie erhielt das danceweb-Stipendium für Impulstanz 2025 in Wien, unterstützt vom lifelong burning network. Neben ihrer eigenen choreografischen Arbeit arbeitet sie derzeit gemeinsam mit Romane Piffaut, Ahmad Baba, Dominique Tegho und Manolis Tsipos an einem kollektiven Arbeitsprozess rund um das Thema Sprache.
Zeitraum der Recherche: 32.03 - 11.04
Pay as you can 5-45€
19.04., 15:00 Uhr
